Kommunalpolitik der Mannheimer Piraten …wie ein Piratenprojekt entsteht


Mit diesem Artikel möchte ich am Beispiel des Piratenstammtischs Mannheim aufzeigen, wie es fernab der üblichen Parteistrukturen und Hierachien möglich ist, ein politisches Projekt relativ unkompliziert aus dem Boden zu stemmen:

Alles begann damit, dass wir auf einem informellen Stammtisch in Mannheim – oder besser gesagt, bei einer guten Zigarette vor dem Lokal – darüber redeten, ob wir schon ein Programm zur nächsten Kommunalwahl hätten. Ich war zu dem Zeitpunkt einer von zwei Neupiraten in Mannheim und sammelte mir so meine Informationen zusammen. Ergebnis  dieser Diskussion war dann: „Wenn ihr was auf die Beine stellen wollt, fangt einfach an.“

Etwas überrascht über die Leichtigkeit dieser Aussage (durch meine mehrjährigen Erfahrung im Politikbetrieb verwunderte mich das Fehlen von Ansprechpartnern oder Strukturen im Allgemeinen doch ein wenig) wollte ich nun sehen, was passieren würde, wenn wir genau das machen würden. So fragte ich am nächsten Tag ganz unkompliziert via Mailingliste nach, wer denn Interesse daran hätte, kommunalpolitische Themen zu erarbeiten. Danach ging alles fast wie von selbst, bis zum nächsten Stammtisch fanden sich einige Interessierte, Themen wurden lokalisiert und besprochen, eine Diskussion über gelebte Demokratie und Bürgerbeteiligung entstand, kurz um, das Projekt war geboren.

Sollte jemand Erfahrungen in der politischen Arbeitsweise anderer Parteien haben, so sei an dieser Stelle erwähnt, dass bis zu diesem Zeitpunkt lediglich lockere Gespräche und ein Austausch über Emails notwendig war.

Nachdem wir den Status quo des Projektes auf unserem Stammtisch vorstellten, wurden die nächsten Schritte ausgetüftelt, wir errichteten eine AG Kommunalpolitik Mannheim, es wurden Piratenpads und eine Wikiseite eingerichtet, und es fanden sich Räume für regelmäßige Treffen. Davon gab es mittlerweile zwei, und der Termin für ein Drittes steht. Nach heutigem Stand haben wir eine breit aufgestellte Themenliste, die von Interessierten in den jeweiligen Themengebieten bearbeitet wird und erarbeitete Konzepte und Standpunkte werden auf den regulären Stammtischen zur Diskussion gestellt und abgestimmt.

Das Projekt wächst und macht eine Sache sehr deutlich: Um Erfolgreich zu arbeiten, bedarf es unter Piraten keiner festgefahrenen Struktur, die wahre Effizienz unserer Arbeitsweise liegt in der frischen, undogmatischen, demokratischen und manchmal auch chaotischen Art, Dinge einfach in die Hand zu nehmen. Teil des Charmes, den die Wahrnehmung der Piratenpartei in der Öffentlichkeit genießt ist wohl genau der Punkt, dass wir nicht nur vom Mitmachen in der Gesellschaft sprechen, sondern dies auch versuchen zu ermöglichen.

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Ein Kommentar zu “Kommunalpolitik der Mannheimer Piraten …wie ein Piratenprojekt entsteht

  1. Mannemervadda sagt:

    Das hätte man nicht besser beschreiben können!

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