Der SPD-Parteitag und ein gefühlter Grenzfall von Lobbyismus


Dank des gefühlten viertägigen Dauerstreams auf Phoenix konnte ich mich nicht davor retten, hin und wieder in den Parteitag der SPD zu zappen. Und so rieb ich mir dann gestern doch recht verwundert Augen und Ohren bei der „Gast“rede des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass ich statt DFB nicht vielleicht doch DGB -was ja noch nahe liegend gewesen wäre- gelesen hatte, hörte ich mir an was der gute Mann der SPD denn so zu sagen hatte.

Nach langem schwärmen vom sozialen und integrativen Allheilmittel „Fußball“ regte Herr Zwanziger in einer beiläufigen Bitte dann ein zusammengefasstes Ministerium für „Sport, Bildung und Integration“ an, diese „gehören ja zusammen“. Die Frage, was ein Sportfunktionär und CDU-Mitglied dazu bewegt, diese Bitte auf einem SPD-Parteitag vorzutragen, geistert mir jetzt noch im Kopf herum, und ist wohl mehr als berechtigt. Ob man Herrn Zwanziger an dieser Stelle einen Vorwurf machen kann, sollte jeder für sich entscheiden, dass sich die SPD dadurch wohl die Stimmen Fußballdeutschlands verspricht, ist dagegen nicht so ganz von der Hand zu weisen.

Der Schelm, der da von Kuhhandel spricht, wird sich allerdings sicher wundern, warum es keine öffentliche Diskussion zu dieser sonderbaren Kombination gibt. Interessant auch, dass sich die SPD mit dieser Gastrede auch noch schmückt.

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